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§22f UStG.: Sind Sie vorbereitet? Wichtige Informationen für alle Plattformhändler

|   DreamRobot-News

Der seit dem 01.01.2019 gültige Paragraph 22f UStG. definiert neue Aufzeichnungspflichten für die Betreiber elektronischer Marktplätze. Selbstverständlich sind davon auch Plattformhändler betroffen. Was ist nun zu tun?

Was bedeutet das neue Gesetz?

Die Betreiber von Plattformen bzw. Marktplätzen haften in Zukunft für die Umsatzsteuer, die von Händlern für Verkäufe auf diesen Plattformen nicht abgeführt wird. Dies sorgt auf Seiten der Betreiber selbstverständlich für Zugzwang.

Dementsprechend werden Händler von den Marktplätzen, auf denen sie verkaufen, aufgefordert, eine entsprechende Bescheinigung vom Finanzamt einzureichen. Die Bescheinigung kann vom betreffenden Finanzamt unter Angabe der Steuernummer telefonisch angefordert werden. Alternativ ist ein Antragsformular auf der Website des Bundesfinanzministeriums als Download verfügbar.  

Wird die Bescheinigung nicht rechtzeitig beim Betreiber des Marktplatzes bzw. der Plattform eingereicht, ist mit einer Sperrung für weitere Verkäufe zu rechnen. Um dies zu vermeiden, sollte man jetzt handeln!

Beispiel eBay

Bei eBay läuft am 01.10.2019 die Frist für das Einreichen der Bescheinigung ab. Allerdings empfiehlt das Unternehmen dringend, diesen Vorgang nicht unnötig aufzuschieben. Immerhin müssen alle Bescheinigungen manuell geprüft werden. Somit ist kurz vor Ablauf der Frist mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Reicht man die Bescheinigung jedoch zeitnah ein, so ist keine vorübergehende Sperrung zu befürchten.

Anschließend wird die Bescheinigung vom Unternehmen geprüft. Verläuft die Prüfung positiv, werden Sie darüber informiert und können auch in Zukunft unbesorgt weiter auf eBay verkaufen.

Wird die Frist nicht eingehalten oder stimmen die Angaben in der Bescheinigung nicht überein, so kommt es zu einer vorübergehenden Sperrung, bis der Vorgang vollends geklärt ist. Auch in diesem Falle werden Sie selbstverständlich von eBay benachrichtigt.

So gehen Sie im Falle von eBay vor:

  1. Beantragen Sie die Bescheinigung beim für Sie zuständigen Finanzamt.

  2. Überprüfen Sie nach Erhalt der Bescheinigung, ob der Name Ihres Unternehmens und die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in Ihrem eBay-Konto mit denen auf der Bescheinigung übereinstimmen.

  3. Laden Sie die Bescheinigung über Ihren Händlerbereich bei eBay hoch.

Hood.de

Ähnlich sieht es beim Marktplatz Hood aus. Die Bescheinigung kann über diesen Link hochgeladen werden. Die Bearbeitung nimmt bei Hood in der Regel 1-3 Werktage in Anspruch.

Allerdings empfiehlt auch dieses Unternehmen, nicht bis zur “Stoßzeit” im August oder September zu warten, sondern am besten schon jetzt die notwendigen Schritte einzuleiten.

real.de

Wie ein roter Faden zieht sich die Aussage “je früher die Bescheinigung eingereicht wird, desto besser” durch die Angaben der Marktplätze, denn auch real.de empfiehlt diese Vorgehensweise.

Bei diesem Marktplatz können Händler das Dokument in Ihrem Händlerkonto hochladen. Der relevante Bereich hierfür ist “Shopeinstellungen - Firmenangaben”. Zusätzlich wird hier auch das Gültigkeitsdatum der Bescheinigung abgefragt.

Die Abgabefrist für Händler mit Sitz in Deutschland läuft bei real.de am 30. September ab. Zur Sicherheit werden Händler kurz vor Ablauf der Frist noch einmal per E-Mail auf den anstehenden Termin hingewiesen.

Was ist mit den anderen Marktplätzen?

Selbstverständlich ist es auch beim Verkauf auf anderen Marktplätzen erforderlich, dass die Bescheinigung beim jeweiligen Betreiber eingereicht wird. Sicherlich hat dieser sich bereits an Sie als Händler gewendet, um darauf hinzuweisen.

Egal, um welche Plattform es geht: Es ist eine smarte Entscheidung, möglichst gleich jetzt zu handeln, um sich anschließend sorglos weiter den eigenen Verkäufen zu widmen. Wer bis auf “den letzten Drücker” aufschiebt, muss einfach mit erhöhten Bearbeitungszeiten rechnen und riskiert somit eine vorübergehende Sperre und, damit verbunden, auch einen Umsatzausfall.

Leseempfehlung

Einen sehr informativen Beitrag zum Thema finden Sie in diesem Text der IT-Recht Kanzlei. Rechtsanwalt Nicolai Amereller fasst hier alles Wissenswerte gut verständlich zusammen.